Schloss-Filseck-Stiftung der Kreissparkasse Göppingen

Kinder toben auf dem Spielplatz, Kunstfreunde besuchen die Galerie im Ostflügel, Wanderer studieren in der Schänke die Vesperkarte und manchmal fährt sogar eine Hochzeitskutsche vor dem Schloss vor:

Kein Zweifel: Schloss Filseck hat sich als Ort der Naherholung im regionalen Leben verankert. Spätestens seit dem Fest im Schloss am 13. und 14. Mai dieses Jahres ist der historische Ort zu einem lebendigen Treffpunkt für alle geworden.

Eine schönere und kraftvollere Bestätigung ihrer Arbeit könnte sich die Schloss-Filseck-Stiftung kaum wünschen. Am 1. Januar 2008 übernahm sie als Hausherrin das Gebäude samt Gelände. „Es ist eine zentrale Aufgabe der Sparkasse, den Landkreis strukturell zu stärken“, betonte Dr. Hariolf Teufel damals. Die Stiftung war eine konsequente Fortführung dieses Gedankens. Ihr Anliegen: Filseck zu einem Raum für Genuss und Inspiration weiterentwickeln. Ausflügler, Kulturinteressierte, Bildungshungrige und Feinschmecker sollten hier ein neues Ziel finden. Kein inszeniertes Disneyland, sondern ein Stück Heimat, das zur Landschaft und zu den Menschen passt.

Das erste Konzept zur Gestaltung der Schlossanlagen und des Landschaftsparks wurde im Herbst 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Vorschläge hatte das Institut für angewandte Forschung der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen ausgearbeitet. Der Förderkreis Schloss Filseck sowie der Verein Musik auf Schloss Filseck, beide schon jahrelang vor Ort aktiv, waren wichtige Wegbegleiter. Schon damals war klar: Die Idee der Stiftung kann nur Früchte tragen, wenn sie zu einer gemeinsamen Sache aller wird. Es galt deshalb alle Beteiligten ins Boot zu holen: das im Haus untergebrachte Kreisarchiv und die Kreisarchäologie, die Gastronomie, Vereine, Institutionen, Städte und Gemeinden, Behörden, aber auch Landwirte und Anwohner. In Workshops trugen die Beteiligten ihre Ideen zusammen. Viele Anregungen wurden aufgegriffen – so der Wunsch nach behindertengerechten Wegen und einer einheitlichen Beschilderung.

Die erste Maßnahme war 2014 das Pflastern des Innenhofs. Wo bis dahin Schotter und Staub unter den Schuhen knirschten, ebnen heute Granit- und Sandsteinplatten den Weg. Mit dem Bau des Wirtschaftshofs hinter dem Westflügel verschwanden die Lieferwagen und andere Fahrzeuge aus dem Schosshof. Etwa zur selben Zeit zogen die Kreisarchäologie und das Kreisarchiv innerhalb des Schlosses in neu umgebaute, ruhige Zonen. Eine vorausschauende Entscheidung: So wird die wissenschaftliche Arbeit heute nicht vom fröhlichen Lärmen der Ausflügler gestört. Zu den elementaren Maßnahmen zählte in diesen Monaten auch der Bau des großen Parkplatzes. In den Schlossanlagen nahmen die Gärtner die Arbeit auf.

In großen Schritten ging es 2016 voran. In kürzester Zeit entstanden die Einrichtungen, die heute Besucher begeistern: Die Schloss-Schänke samt Spielplatz, die Galerie im Ostflügel, das Informations-Zentrum und der Veranstaltungsraum unterm Dach. Die Sammlung Kirchberger erhielt angemessene Räume.

Die große Akzeptanz in der Bevölkerung ist das Ergebnis intensiver Arbeit. 57 Planungsbesprechungen für die Schlossanlagen und den Parkplatz, 48 Baustellentermine und Gespräche mit den Städten, Verbänden und Nutzern, 106 Besprechungen für die Baumaßnahmen im und ums Schloss und 18 Stiftungsrats- und Kuratoriumssitzungen füllten die Kalender der Beteiligten.

Die Investitionen haben sich gelohnt: Parkplatz und Schänke, der Filseck-Film im Informationszentrum, der Spielplatz, aber auch die Website mit ihrem Veranstaltungskalender sorgen dafür, dass immer mehr Gäste den Weg zum Schloss einschlagen. Im Shop sind der Filseck-Prisecco aus der Manufaktur Jörg Geiger und der Honig aus der Imkerei Hampel gefragt. Zahlen, Ereignisse und Anekdoten zur Schlossgeschichte kann man im neuen Schlossführer „Rund ums Schloss“ nachlesen, der ebenfalls im Shop zu haben ist. Viel Lob bekommt die Stiftung für den Stauden- und Wildkräutergarten und den behindertengerechten Spielplatz. Als Anerkennung darf auch eine ganz andere Tatsache verstanden werden: Es gab bislang keinen Vandalismus auf Filseck.

Für Thomas Wolf, Geschäftsführer der Schloss-Filseck-Stiftung, ist Filseck ist zu einem Mikrokosmos der Möglichkeiten geworden: „Historische Orte hatten schon immer eine besondere Anziehungskraft. Auf Filseck geht der Blick in die Weite und zugleich in die Vergangenheit. Man kann hier aus der Gegenwart heraustreten und neue Perspektiven einnehmen.“

Demnächst wird man diesen Mikrokosmos auch auf einem Rundweg erkunden können. Die städtebaulichen Verträge mit Uhingen und Göppingen wurden zwischenzeitlich geschlossen. Ab Sommer 2018 werden Schilder Radlern und Wanderern den Weg weisen. 15 gestalteten Orte werden den Rundweg bereichern. Unter dem Torbogen wird eine neue Infotafel erklären, was auf Filseck wo zu finden ist.

Für die Stiftung wandelt sich derzeit die Zielsetzung. Vom Gestalten geht es nun weiter zum Erhalten des Geschaffenen. Auch dafür benötigt die Kreissparkasse Partner: Vereine, Ehrenamtliche, Menschen mit Ideen und Tatkraft. Auch finanziell darf man die Schloss-Filseck-Stiftung gerne unterstützen. Thomas Wolf bringt es auf eine knappe Formel: „Filseck ist für die Gemeinschaft da und es ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, Filseck zu stärken“. Unterstützer sind herzlich willkommen.