NWZ Bericht: "Kunst hatte zu gefallen" vom 21. Mai 2010
Wanderausstellung "Verfolgt, verfemt, entartet" auf Schloss Filseck
Was nicht dem nationalsozialistischen Schönheitsideal entsprach, galt als "entartet". Die Wanderausstellung "Verfolgt, verfemt, entartet" auf Schloss Filseck zeigt Arbeiten diffamierter Künstler aus der NS-Zeit.
Menschen hungern. Aufgetürmt liegen Berge von Wurst und Fleisch vor Ihnen in einer Auslage. Zum Greifen nah, hinter einer Glasscheibe. Mit stierem Blick stehen da ein Mann, eine Frau, ein Kind davor. Die Hände das Manneshaben sich tief in die Hosentaschen gebohrt. Nur die Augen stehlen.
Schon nach dem Ersten Weltkrieg hatte George Grosz Hunger, Arbeitslosigkeit oder Wohnungsnot in Deutschland angeprangert und aufbegehrt. Mit dem Verkauf seiner Lithografie "Hunger" wollte er die Hungerhilfe finanziell unterstützen. Wie auch Käthe Kollwitz, Otto Dix, Eric Johansson, Otto Nagel, Karl Völker und Heinrich Zille. Deutsche Expressionisten. Allesamt Maler, Zeichner, Grafiker. Künstler die Aufsehen erregten.
Das war 1924. International waren sie geachtet, doch als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurden Sie national immer mehr geächtet.Kunst hatte zu gefallen, nicht zu missfallen, nicht auf Missstände hinzuweisen.Hatte erhaben zu sein, der Seele entgegenzukommen. Expressionisten und Dadaisten, Surrealisten und die Verfechter des Kubismus entsprachen somit nicht den nationalsozialistischen Vorstellungen wurden fortan verfolgt und verfemt.Ihre Kusnt galt als entartet. Dabei war Goebbels anfangs noch ein Fan des deutschen Expressionismus gewesen und hatte WErke von Emil Nolde sogar gesammelt.
Auf Schloss Filseck ist derzeit die Ausstellung "Verfolgt, verfemt, entartet" zu sehen, mit eben solchen Werken diffamierter Künstler in der NS-Zeit - Arbeiten aus der mehr als 200 Werke umfassenden Sammlung im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Tafeln schildern das Leben und Schicksal Gebrandmarkter. Insgesamt 116 Kunstwerke von 65 Künstlern sind auf Filseck ausgestellt. 1937 waren viele davon in München gezeigt worden. Freilich mit anderer Intention. Sie sollten angeprangert werden.Zuvor waren 32 deutsche Museen geplündert, rund 700 Gemälde, Zeichungen, Skulputern und Grafiken beschlagnahmt worden, in der Hauptsache Werke des Expressionismus.Der Zutritt zur Ausstellung in den Münchner Hofgarten-Arkaden war Jugendlichen untersagt, die Bilder waren bewusst unvorteilhaft aufgehängt worden.
Rund 20.000 Kunstwerke, so schätzt man, wurden in der NS-Zeit vernichtet. Auch den Künstlern selbst drohte die Vernichtung. Juden oder politisch Aktive wie etwa George Grosz waren besonderns gefährdet. Nach Hilters Rede zur Ausstellungseröffnung in München verließ Max Beckmann Hals über Kopf seine Berliner Wohnung und floh ins Exil. Nur dem Hausmeisterehepaar ist es zu verdanken, dass die Arbeiten, die Beckmann zurückgelassen hatte, nicht den Nationalsozialisten in die Hände fielen und verbrannt wurden.
Emil Nolde dagegen versuchte selber noch zu retten, was zu retten war, schrieb im Juli 1938 an Goebbels: "Meine Kunst ist deutsch, stark, herb und innig." Überzeugen konnte er Goebbels nicht mehr.
Menschen hungern. Aufgetürmt liegen Berge von Wurst und Fleisch vor Ihnen in einer Auslage. Zum Greifen nah, hinter einer Glasscheibe. Mit stierem Blick stehen da ein Mann, eine Frau, ein Kind davor. Die Hände das Manneshaben sich tief in die Hosentaschen gebohrt. Nur die Augen stehlen.

Schon nach dem Ersten Weltkrieg hatte George Grosz Hunger, Arbeitslosigkeit oder Wohnungsnot in Deutschland angeprangert und aufbegehrt. Mit dem Verkauf seiner Lithografie "Hunger" wollte er die Hungerhilfe finanziell unterstützen. Wie auch Käthe Kollwitz, Otto Dix, Eric Johansson, Otto Nagel, Karl Völker und Heinrich Zille. Deutsche Expressionisten. Allesamt Maler, Zeichner, Grafiker. Künstler die Aufsehen erregten.
Das war 1924. International waren sie geachtet, doch als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, wurden Sie national immer mehr geächtet.Kunst hatte zu gefallen, nicht zu missfallen, nicht auf Missstände hinzuweisen.Hatte erhaben zu sein, der Seele entgegenzukommen. Expressionisten und Dadaisten, Surrealisten und die Verfechter des Kubismus entsprachen somit nicht den nationalsozialistischen Vorstellungen wurden fortan verfolgt und verfemt.Ihre Kusnt galt als entartet. Dabei war Goebbels anfangs noch ein Fan des deutschen Expressionismus gewesen und hatte WErke von Emil Nolde sogar gesammelt.
Auf Schloss Filseck ist derzeit die Ausstellung "Verfolgt, verfemt, entartet" zu sehen, mit eben solchen Werken diffamierter Künstler in der NS-Zeit - Arbeiten aus der mehr als 200 Werke umfassenden Sammlung im Willy-Brandt-Haus in Berlin. Tafeln schildern das Leben und Schicksal Gebrandmarkter. Insgesamt 116 Kunstwerke von 65 Künstlern sind auf Filseck ausgestellt. 1937 waren viele davon in München gezeigt worden. Freilich mit anderer Intention. Sie sollten angeprangert werden.Zuvor waren 32 deutsche Museen geplündert, rund 700 Gemälde, Zeichungen, Skulputern und Grafiken beschlagnahmt worden, in der Hauptsache Werke des Expressionismus.Der Zutritt zur Ausstellung in den Münchner Hofgarten-Arkaden war Jugendlichen untersagt, die Bilder waren bewusst unvorteilhaft aufgehängt worden.
Rund 20.000 Kunstwerke, so schätzt man, wurden in der NS-Zeit vernichtet. Auch den Künstlern selbst drohte die Vernichtung. Juden oder politisch Aktive wie etwa George Grosz waren besonderns gefährdet. Nach Hilters Rede zur Ausstellungseröffnung in München verließ Max Beckmann Hals über Kopf seine Berliner Wohnung und floh ins Exil. Nur dem Hausmeisterehepaar ist es zu verdanken, dass die Arbeiten, die Beckmann zurückgelassen hatte, nicht den Nationalsozialisten in die Hände fielen und verbrannt wurden.
Emil Nolde dagegen versuchte selber noch zu retten, was zu retten war, schrieb im Juli 1938 an Goebbels: "Meine Kunst ist deutsch, stark, herb und innig." Überzeugen konnte er Goebbels nicht mehr.






