Prof. Günther C. Kirchberger

Günther C. Kirchberger wurde am 22. August 1928 in Kornwestheim geboren.
Er studierte ab 1949 an der Höheren Fachschule für das Graphische Gewerbe in Stuttgart und anschließend von 1950 bis 1954 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. 1956 gründete er mit Georg Karl Pfahler, Attila Biró und Friedrich Sieber die „gruppe 11“. Sie orientierte sich in ihrer abstrakten Malweise stilistisch an der neuen amerikanischen Malerei des Action Painting und an dem Stuttgarter Maler Willi Baumeister. Erste Erfolge feierte die „gruppe 11“ im Ausland, unter anderem in der avantgardistischen Londoner New Vision Centre Gallery und der legendären Galleria La Tartaruga in Rom. Als sich die Künstlergruppe 1959 auflöste, blieb Kirchberger auch allein erfolgreich. 1964 wurde er Dozent an der Werkkunstschule Krefeld, wo er neun Jahre später eine Professur erhielt. Zu seinen Krefelder Schülern zählt der spätere Starfotograf Peter Lindbergh.

Kirchberger gehörte von 1956 bis 1959 zu den führenden Vertreter der informellen Malerei in Süddeutschland und war – zusammen mit seinem Gruppenkollegen Pfahler – einer der ersten europäischen Künstler, die um 1960 eine neue, großflächige Farbfeldmalerei entwickelten. In dieser Zeit hatte er weltweit Kontakte zu Künstlern und Ausstellungsmachern. Nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit zog 1996 Kirchberger nach Bad Boll, wo er am lokalen Kulturgeschehen regen Anteil nahm. Am 5. April 2010 starb Günther C. Kirchberger nach kurzer, schwerer Krankheit in Göppingen.


Günther C. Kirchberger in der Schloss Filseck Stiftung der Kreissparkasse Göppingen

Da Günther C. Kirchberger kinderlos war, lag ihm sehr daran, noch zu Lebzeiten dafür zu sorgen, dass sein künstlerisches Werk für die Nachwelt erhalten bleibt. Er hat dazu mit der Schloss Filseck Stiftung eine notarielle Vereinbarung zur Übernahme und Pflege seines künstlerischen Nachlasses getroffen. Nach seinem Tod betreut die Stiftung den Nachlass in enger Abstimmung mit der Witwe, Marianne Kirchberger, und seinem langjährigen Galeristen, Dr. Stephan Geiger, von der Galerie Geiger in Konstanz.

Einzelausstellungen von Günther C. Kirchberger in der Kreissparkasse Göppingen

1997 „Malerei und Grafik“ (Bad Boll)
2000 „Arbeiten von 1959 bis 2000“ (Göppingen)
2003 „Kleine Formate“ (Göppingen)
2008 „Freie Geste – Strenge Form“ (Bad Boll und Göppingen)

Weitere Einzelausstellungen (Auswahl)

1959 zimmergalerie franck, Frankfurt a.M.
1961 Galerie Müller, Stuttgart (K)
1963 Drian Galleries, London
1965 Galerie Rothe, Heidelberg
1976 Galerie Geiger, Kornwestheim
1977 Galleria Contini, Rom
1981 Galerie der Stadt Sindelfingen (K)
1984 Galerie der Stadt Stuttgart (K)
1993 Galerie der Stadt Kornwestheim (K)
1998 Galerie Geiger, Kornwestheim (K)
1999 Städtische Galerie Die Fähre, Saulgau
2000 Galerie Geiger, Konstanz
2003 Evangelische Akademie Bad Boll
          Galerie Geiger, Konstanz (K)
2008 Städtisches Kunstmuseum Singen (K)
2009 One-Artist-Show, art Karlsruhe (K)

(K) Ausstellung mit Katalog


Gorgonius, 09.09.1959


prisca ("Do-it-yourself"-Bild), 18.01.1965


Galico, 18.04. / 13.07.2001